Der letzte Ton verhallte. Nach einem Moment andächtiger Stille setzte zögerlicher Applaus ein. Eine Minute später brannte die Luft.

 

Zeitlupe: Es wurde schon eine ganze Weile geklatscht bis es einen der Zuschauer schließlich nicht mehr auf dem Stuhl hielt. Begeistert sprang er auf. Seiner Begleiterin war das total peinlich, bis einige Reihen weiter nach einer kleinen Ewigkeit eine zweite Zuschauerin aufstand um ihrer Begeisterung ebenfalls stehend Ausdruck zu verleihen. Kurz drauf taten es ihr ein paar andere gleich. Jetzt gab es kein Halten mehr.

Wie eine Welle zog es das Publikum von den Sitzen. Der Saal feierte die Künstler mit einer Standing Ovation.

Szenenwechsel:

Es war bereits dämmrig und für die Jahreszeit zu neblig, als die Maschine auf die Landebahn aufsetzte. Alles verlief reibungslos. Mit dem klassischen Charme der Billigflieger war auch das Personal verschwunden. Eine Gangway kam an den Ausstieg, vor dem sich schon der übliche Stau gebildet hatte. Schlaftrunken kletterten die Passagiere die Treppe hinab und reihten sich an der Markierung des Shuttle-Busses auf. Als nach zwanzig Minuten immer noch kein Bus aufgetaucht war und zum Nebel noch ein Funkloch kam, löste sich einer aus der Menge und stapfte energisch los. Bevor er im Nebel verschwand schnappte ein zweiter seinen Rollkoffer und schickte sich an, ihm zu folgen. Jetzt kam Leben in die Gruppe. Keiner blieb zurück.

Was folgern wir daraus?

Nicht der erste, sondern der zweite löst den Massenimpuls aus. Testet es mal selbst, indem Ihr an einem belebten Platz in den Himmel zeigt. Solange Ihr allein seid, werdet Ihr mitleidig belächelt. Wenn ein Komplize mitspielt, habt Ihr bald darauf interessante Gespräche.

 

Was lernen wir daraus?

Trends kann man inszenieren. Angenommen, einige in Eurer Gruppe rauchen. Wenn nun z.B. (nur mal zum Beispiel) jemand planen sollte, mit dem Rauchen aufzuhören, aber nicht sicher ist, ob er durchhalten wird, ist die Häme natürlich vorprogrammiert. Man kann aber auch zu einem Trick greifen und ein spannendes Experiment daraus machen. Ein einziger, der mitzieht, reicht völlig aus. Er muss sich deiner allseits belächelten Ankündigung, mit dem Rauchen aufhören zu wollen, nach kurzer Zeit anschließen. Mehr nicht.

 

Ihr könnt ja Wetten abschließen, wie viele Eurem Beispiel folgen werden.

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