Eigentlich stehen wir gar nicht so auf Vergleiche. Sie sind immer schräg, aber manchmal geht es halt nicht anders. Um das Prinzip zu verstehen, müssen wir komplexe Systeme modellhaft herunterbrechen und einfache Zusammenhänge freilegen.

Lasst uns mal unser Gehirn mit einem traditionellen landwirtschaftlichen Bewässerungssystem vergleichen. Das sind Kanäle, die sich immer weiter verästeln, Stausperren, die nach einem ausgeklügelten System geöffnet und geschlossen werden und  Bauern, die von Generation zu Generation 1000jähriges Wissen mitbekommen, wieviel wann und wo fließen muss oder nicht.

Jetzt rüber zum Gehirn: Da gibt es auch solche Leitungssysteme. Man könnte sie auch ganz grob als Bio-Schaltplatinen begreifen. Hier herrscht eine schwache Elektrizität

verbunden mit chemischen Prozessen. Ein Stop and Go Prinzip, das Materie versorgt, die wir jetzt

mal mit dem Ackerboden gleichstellen wollen und chemische Botenstoffe, die für das Wasser stehen, um im Bild zu bleiben.

Dabei spielen vor allem Dopamin und Noradrenalin eine Rolle. Auf diese Stoffe gehen wir hier aber nicht näher ein, sondern wir beschränken uns darauf, dass sie Glückserwartungs- und Glückserfüllungsreaktionen im Gehirn triggern. Im Prinzip ja nichts schlechtes, so lange es maßvoll geschieht. Damit das so bleibt, lässt das Kanalsystem immer nur eine verträgliche Dosis durch. Danach braucht man wieder neutralere Befindlichkeitsphasen. Sonst würde man selbst dem Glück gegenüber abstumpfen. Wenn man sozusagen „unterglückt“ ist, muss man halt etwas unternehmen oder man hat Glück, dass etwas angenehmes passiert, was den Stimmungspegel hebt. Soweit ist das alles normal.

Wenn jetzt aber Drogen ins Spiel kommen, muss man sich das in etwa so vorstellen: Mit ungeheurem

Druck werden viel zu viele Triggersubstanzen durch die Kanäle gedrückt. Das ganze System wird geflutet und im Ergebnis setzt eine kurze Euphorie ein. Dafür zahlt man aber einen hohen Preis: Die Leitungen werden aufgebohrt und sind anschließend nicht mehr in der Lage, Dosierungsaufgaben zu übernehmen. Die Stauwerke stehen funktionslos in der Landschaft herum und der Boden, der auf eine kontinuierliche, maßvolle Wasserzufuhr eingestellt ist, trocknet rasch aus. Logischerweise wird dringend Wassernachschub benötigt, die der ausgedörrte Boden aber nur noch begrenzt aufnehmen kann. Der Teufelskreis ist geschlossen.

Es gibt keinen Weg zurück. Im Prinzip funktioniert das bei allen Drogen so. Auch bei Chrystal, Koks, Heroin und Nikotin.

 

Jetzt die gute Nachricht: Unser Körper kann sich wieder reparieren. Ständig sterben Zellen ab und werden durch neue ersetzt. Der Bauplan der Zellen ist zum Glück ziemlich stabil aber das braucht natürlich seine Zeit…

...und die Abwesenheit von Terrorsystemen. Garantien gibt es aber keine.

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